Apply & Innovate 2026: Virtuelle Entwicklung im Fokus
Mit der Apply & Innovate 2026 bot IPG Automotive ein Fachforum für den Austausch über Simulation, virtuelle Validierung und datengetriebene Entwicklungsmethoden.
Am 16. und 17. September kamen zahlreiche Expertinnen und Experten aus der Automobil- und Zulieferindustrie sowie der Forschung zur „Apply & Innovate“ von IPG Automotive in Karlsruhe zusammen. Mit über 300 Registrierungen verzeichnete die Fachkonferenz bereits im Vorfeld einen neuen Rekord. Die Veranstaltung bot Einblicke in aktuelle Entwicklungen und konkrete Anwendungsbeispiele der virtuellen Fahrzeugentwicklung. Die Schwerpunkte lagen auf softwaredefinierten Fahrzeugen, ADAS und automatisiertem Fahren, virtueller Verifizierung und Validierung sowie datengetriebener Entwicklung und künstlicher Intelligenz.
Die zweitägige Technologiekonferenz umfasste 36 Vorträge zu aktuellen Entwicklungsansätzen und Forschungsergebnissen. Im Mittelpunkt standen dabei Themen wie Shift-Left, durchgängige virtuelle Validierung, automatisierte Testprozesse und der zunehmende Einsatz virtueller Methoden in der Fahrzeugentwicklung.
Die erste Keynote hielten Ulrich Schulmeister von der Robert Bosch GmbH und Klaus Hassel von der Dr. Ing. h.c. F. Porsche AG. Unter dem Titel „A New Way of Collaboration Between OEM and Tier 1 to Push Virtual Development“ beleuchteten sie die Zusammenarbeit zwischen Automobilherstellern und Zulieferern sowie deren Bedeutung für die Weiterentwicklung virtueller Entwicklungsprozesse. Weitere Beiträge zeigten konkrete Ansätze für die Absicherung von Fahrzeugfunktionen und die Entwicklung softwaredefinierter Fahrzeuge.
In den Vorträgen wurden unter anderem datenbasierte Ansätze zur Modellierung von Kundenverhalten, die Generierung simulationsfähiger Szenarien und der Einsatz generativer KI in der virtuellen Validierung behandelt. Zudem wurden cloudbasierte Simulationsumgebungen sowie durchgängige szenariobasierte Validierungsketten für ADAS- und AD-Systeme präsentiert.
Im Rahmen der Abendveranstaltung beleuchtete Dr. Manaswini Rath von KPIT Technologies mit ihrer Keynote „Building Trustworthy Autonomy and End-to-End AI with World Foundation Model“ den Einsatz von KI für vertrauenswürdige automatisierte Systeme. Der Abend in der Gartenhalle bot zudem Gelegenheit, die fachlichen Diskussionen des ersten Veranstaltungstags in persönlicher Atmosphäre fortzusetzen.
Am zweiten Veranstaltungstag zeigte Pierre-Marie Damon von Euro NCAP in seiner Keynote "Virtual Testing in Euro NCAP: Current Status and the 2029 Vision", wie sich virtuelle Tests künftig stärker mit etablierten Bewertungsverfahren verbinden lassen. Er gab Einblicke in den aktuellen Stand des virtuellen Testens bei Euro NCAP sowie die Perspektive bis 2029. Ergänzend beschäftigten sich mehrere Beiträge mit der virtuellen Absicherung von ADAS-Funktionen im Kontext von Euro NCAP sowie mit der Modellierung von Fahrzeugen und Umgebungsbedingungen für simulationsbasierte Tests.
Neben dem Vortragsprogramm bot die Apply & Innovate zahlreiche Möglichkeiten zum persönlichen Austausch. Eine begleitende Ausstellung, Guided Tours und die Demo Experience in der Karlsruher Niederlassung von IPG Automotive ergänzten das Konferenzprogramm.
President & CEO Steffen Schmidt zieht ein positives Fazit: „Die Fahrzeugentwicklung steht vor der Aufgabe, immer komplexere Systeme schneller und zuverlässiger abzusichern. Die Apply & Innovate zeigt, dass virtuelle Entwicklungsmethoden hierfür einen entscheidenden Beitrag leisten, und verdeutlicht, wie wichtig der direkte Austausch über konkrete Anwendungen und Erfahrungen bleibt.“